Geschichte

  • Henndorf: Burg Lichtentann, äußres Burgtor © „Lichtentann äußeres Burgtor außen“ von Werner Haselboeck - Eigenes Werk (own photography). Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lichtentann_%C3%A4u%C3%9Feres_Burgtor_au%C3%9Fen.jpg#/media/File:Licht

Bereits vor hunderten Jahren wirkte der Salzburger Schutzheilige Rupert von Salzburg (fränkischer Bischof) in der Nachbarschaft von Henndorf. Schon um das Jahr 1600 hatte die Gemeinde Henndorf etwa 500 Einwohner. Die Gemeinde hat eine bewegte Geschichte, und immer wieder spielte Nahrungsmittel-Knappheit eine Rolle.

Namensherkunft von Henndorf

Entgegen der ersten Annahme und auch entgegen dem falschen Wappen, hat der Name "Henndorf" eigentlich nichts mit einer Henne zu tun. Das Wort "Henndorf" entstammt, wie man dem "Historisch Etymologischen Lexikon der Salzburger Ortsnamen" entnehmen kann, eigentlich vom Hohen Dorf. Der Begriff war "Hohindorf", der dann erst später zu Henndorf wurde. Auch hier ist es, wie in anderen Gemeinden im Flachgau so, dass man dem Dialekt mehr die Wortherkunft entnehmen kann, als der tatsächlichen Schreibweise, als Beispiel ist hier auch die Namensherkunft von Bürmoos anzuführen.

Herren von Tann

Gegen Ende des Mittelalters wurde die Geschichte von Henndorf von einem mächtigen Salzburger Adelsgeschlecht, den Herren von Tann, geprägt. Damals lebte das Adeslgeschlecht auf der Henndorfer Burg Lichtentann, die Burg ist heute noch zu sehen, allerdings ist es inzwischen eher eine Burgruine. Bereits zum Beginn des 17. Jahrhunderts waren dann rund 500 Einwohner in Henndorf.

Wichtiger Punkt in den Kriegen mit Napoleon

Im Krieg mit dem französischen Heerführer Napoleon Bonaparte spielten sich insbesondere in Henndorf schreckliche Szenen ab. Nachdem die Franzosen in Salzburg einmarschiert waren, zogen sich die österreichischen Truppen über Henndorf zurück. Sie versorgten sich dort, obwohl die Bevölkerung verarmt war, mit Lebensmitteln. Am 13. Dezember 1800 waren die ersten Truppen der Österreicher und ihrer Verbündeten auf dem Rückzug durch Henndorf gezogen, zwei Tage später schon waren die französischen Soldaten bei der Verfolgung der österreichischen Truppen in Henndorf eingetroffen. Je mehr Soldaten in Henndorf ankamen, desto gewaltsamer wurde die Situation im Ort. Rund 170 französische Soldaten blieben bis zum Fiedensschluss der Österreicher mit Napoleon im März 1801 dann auch in Henndorf stationiert.

In den folgenden 100 Jahren bildete die Landwirtschaft das Kernstück der Henndorfer Wirtschaft, rund um 1850 hatte sich erstmals ein Gemeinderat gebildet, der von hochrangigen Herren gewählt worden war. Die Hauptaufgabe der Gemeindevertretung, verstärkt dann später noch durch staatlichen Einfluss, war letztlich die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln.

Erst nach dem zweiten Weltkrieg war Henndorf als Teil des Salzburger Flachgaus zu einer reichen, aufstrebenden Region geworden. Davor waren Lebensmittel stets die Hauptsorge für die Henndorfer Bevölkerung.

Gemeindeportrait von Henndorf am Wallersee